Renee atmet tief durch, während sie den Weg zum Außenraum hinaufgeht, in dem sie ihre erste begleitete psychedelische Erfahrung machen wird. Ihre Coachin Lotte begrüßt sie an der Tür mit einem warmen Lächeln. „Willkommen, Renee! Komm rein, ich zeig dir alles.“
Lotte führt Renee kurz durch den friedlichen Raum und zeigt ihr den Außenraum, den privaten Garten und das Zimmer, in dem sie sich später hinlegen wird. Renee spürt, wie ihre Nerven sich beruhigen, während sie alles in sich aufnimmt. Das fühlt sich nach einem sicheren, tröstlichen Ort an, um in die tieferen Winkel ihres Geistes vorzudringen.
T +15-60min | Vorbereitung
Nach dem Rundgang setzt sich Renee mit einer Tasse Tee aufs Sofa. Lotte sitzt ihr gegenüber. „Bevor wir mit der Zubereitung des Psilocybin-Tees beginnen, lass uns deine Intentionen noch einmal besprechen. Was erhoffst du dir aus dieser Erfahrung?“
Renee nimmt einen Schluck Tee. „Nun, wie wir besprochen haben, hoffe ich auf Klarheit und Einsichten über mein Suchtverhalten. Das Trinken, das Rauchen, das übermäßige Essen… Ich möchte endlich an die Wurzel davon kommen und hoffentlich einen Weg zu mehr Balance finden.“
Lotte nickt. „Wir halten diese Intention während der Sitzung sanft fest. Denk daran, dass du vielleicht keine klaren ‚Antworten‘ bekommst, aber vertrau darauf, dass dein tieferes Selbst weiß, was du brauchst.“ Sie führt Renee durch eine kurze Meditation, um sich zu erden und zu zentrieren, bevor die psychedelische Reise beginnt. Renee fühlt sich zentriert und bereit. Die Reise steht kurz bevor.
T +60/90min | Einnahme
Nach etwa einer Stunde Vorbereitung betritt Lotte den Außenraum mit einer Tasse. „Es ist Zeit“, sagt sie leise. Sie stellt die Tasse mit Psilocybin-Tee vor Renee auf den Tisch. „Das ist die Tür. Wenn du dich bereit fühlst, kannst du sie trinken und dich der Reise hingeben.“
Renees Hände zittern leicht, als sie nach der Tasse greift. Sie hält inne, atmet ein paar Mal tief durch und flüstert sich selbst zu: „Ich bin bereit dafür.“ Sie führt die Tasse an die Lippen und trinkt die erdige Flüssigkeit.
Lotte führt Renee durch eine weitere Meditation, während sie warten, dass das Psilocybin wirkt. Sie plaudern leichthin, doch bald wird Renee still und richtet ihren Fokus nach innen. Sie spürt die ersten Wellen, die an die Ufer ihres Bewusstseins zu schlagen beginnen.

T+2-6h | Höhepunkt
Die Wirkung baut sich im Lauf der nächsten Stunde auf, bis Renee vollständig von den mystischen Gewässern der psychedelischen Erfahrung umhüllt ist. Lotte hilft ihr, sich aufs Sofa zu legen, deckt sie mit Decken zu und legt ihr eine Augenmaske auf, um das tiefe Eintauchen zu unterstützen.
Renee gibt sich der Strömung hin und lässt sich treiben, wohin sie sie trägt. Visionen und Einsichten tauchen auf, manche schön, manche herausfordernd. Lotte schaut regelmäßig nach ihr, wie ein Anker, der verhindert, dass Renees Boot zu weit abdriftet. Renee sieht sich mit den Kernwunden konfrontiert, die mit ihren Süchten verbunden sind. Es ist schmerzhaft, fühlt sich aber wie die Wahrheit an.
Manchmal greift sie nach Lottes Hand; in anderen Momenten taucht sie allein in sich selbst ein. Sie verliert das Zeitgefühl und treibt durch den inneren Raum.

T+6-8h | Abklingen
Nach dem, was sich wie Äonen anfühlt, beginnt Renee zu spüren, wie die Wirkung nachlässt. Die Visionen verblassen zu Schatten. Allmählich wird sie ihres Körpers auf dem Sofa gewahr und nimmt Lotte wahr, die in der Nähe sitzt. Ihr Anker zur gewöhnlichen Realität.
Renee richtet sich langsam auf, noch immer roh und empfindsam. „Möchtest du etwas Wasser? Oder vielleicht einen kleinen Spaziergang?“ fragt Lotte sanft. Renee nickt, und sie gehen achtsam durch den Garten, während Renee weiter in ihrem Körper ankommt. Sie sprechen noch nicht; das ist eine Zeit zum Verdauen. Renee fühlt sich verwandelt, erschöpft und dankbar.
T+7-9h | Zurück auf der Erde
Nach ihrem sanften Spaziergang draußen geht Renee zurück in den Retreatraum. Sie setzt sich aufs Sofa, in eine Decke gehüllt, noch nicht ganz bereit zu reden. Lotte beschäftigt sich damit, eine leichte Gemüsesuppe fürs Abendessen zuzubereiten. Die kräftige Brühe erdet Renee, während sie langsam isst.
Schließlich atmet sie tief durch und sieht zu Lotte auf. „Das war… intensiv“, sagt sie mit einem zittrigen Lachen. Sie versucht dann, ihrer Erfahrung Worte zu geben – die Visionen, die Einsichten, die emotionale Reinigung. Lotte hört ohne Urteil zu.
Nachdem sie ihre Reise erzählt hat, wird Renee wieder still. Sie fühlt sich roh und verletzlich, aber auch zuversichtlich. Ihre Intentionen fühlen sich näher an als zuvor. Es liegt Arbeit vor ihr, aber sie spürt, dass sie heute Schlüssel entdeckt hat, um alte Muster aufzuschließen.
Während die Wirkung verfliegt, beginnt sich Renee wieder mehr wie sie selbst zu fühlen. Lotte erinnert sie daran, in den kommenden Tagen sanft mit sich selbst zu sein, während sie diese Erfahrung integriert. Renee umarmt Lotte, dankbar für ihre Begleitung, bevor sie nach Hause geht, um sich auszuruhen. Sie schläft ein, hoffnungsvoll im Hinblick auf den Weg, der vor ihr liegt.

[Diese Geschichte ist eine Kombination aus Erfahrungen unserer Coaching-Klient:innen, erzählt aus der Sicht von Renee, einer der Figuren, die Psychedelika durch Geschichten erklären]

